Lehren in Beziehung
– Beziehung ist kein Rahmen für Lernen. Sie ist ihr Möglichkeitsraum –
Lehren beginnt dort, wo Menschen einander begegnen – nicht als Rollen, sondern als Personen.
Nicht jede Beziehung ist tragfähig für Lernen. Aber ohne Beziehung bleibt Lernen oberflächlich, angepasst oder defensiv.
Was Lernen ermöglicht, ist Sicherheit.
Nicht im Sinn von Kontrolle oder Gewissheit, sondern als Erfahrung:
Ich darf hier sein. Ich darf fragen. Ich darf unsicher sein, ohne mich zu verlieren.
Beziehung schafft einen gemeinsamen Möglichkeitsraum.
Einen Raum, in dem Wahrnehmung geteilt wird, Unterschiede sichtbar sein dürfen und Bedeutung gemeinsam entsteht.
Hier wird nicht bewertet, bevor verstanden ist.
Hier wird nicht beschleunigt, bevor etwas reifen konnte.
Lehren in Beziehung heißt, Aufmerksamkeit zu halten, auch wenn es still wird.
Manchmal zeigt sich Lernen im Tun –
manchmal im Zögern, im Innehalten, im Nicht-Tun.
Auch das ist Teil des Prozesses.
In solchen Beziehungen entsteht Vertrauen nicht als Voraussetzung, sondern als Ergebnis.
Es wächst dort, wo Menschen erleben, dass ihr Denken, Fühlen und Handeln gesehen wird –
und dass sie sich entwickeln dürfen, ohne sich rechtfertigen zu müssen.
- Lehren ist hier kein Vermitteln von Wissen,
sondern das Gestalten eines Raums,
in dem Lernen möglich wird.